Das Abstraktionsniveau sicher austesten & verstehen
Die entscheidende Wissenslücke in der Sprach- und Kommunikationsförderung schließen

- Wann
- So., 15. November 2026 · 14:00 – 17:30 Uhr
- Wo
- ÖGGK, Kärntnerstraße, 1010 Wien
- Beitrag
- 140 €
- Anmeldeschluss
- 25.10.2026
- Plätze
- 20
Zielgruppe: Logopäd*innen, Sprachheillehrer*innen, Fachleute für Unterstützte Kommunikation (UK), PECS-Anwender*innen, Sonder- und Heilpädagog*innen, Psycholog*innen, Therapeut*innen (z. B. Ergotherapie) sowie Fachleute, die mit autistischen Menschen, Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, Sprachentwicklungsstörungen oder nicht-/wenig sprechenden Menschen arbeiten.
Warum die passgenaue Einschätzung des Abstraktionsniveaus der Schlüssel für gelingende Interaktion ist
In der Arbeit mit autistischen Menschen, Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen sowie kognitiven oder sprachlichen Beeinträchtigungen gehört der Einsatz von Strukturierungs-/Visualisierungshilfen und alternativer Kommunikationshilfen zum pädagogischen und therapeutischen Alltag.
Eine zentrale Voraussetzung für deren wirksamen Einsatz wird jedoch häufig unterschätzt: Die genaue Bestimmung des individuellen Abstraktionsniveaus.
In vielen klassischen Ausbildungen wird dieses fundamentale förderdiagnostische und methodische Wissen nicht oder nur oberflächlich vermittelt. Daraus resultieren in der Praxis häufig unbewusste Fehleinschätzungen mit spürbaren Konsequenzen für die Betroffenen:
- Ins Leere laufende Hilfestellungen: Visuelle Kommunikations- und Orientierungshilfen (z. B. Kommunikationskarten, Tagespläne, Raumbeschilderungen) verfehlen ihre Wirkung und führen auf beiden Seiten zu Frustration, wenn sie nicht dem individuellen Abstraktionsniveau entsprechen.
- Unwissentliche kognitive Überforderung: Visualisierungen werden oft nach Bauchgefühl oder pragmatischen Gesichtspunkten ausgewählt. Entspricht die Repräsentationsform (z. B. abstrakte Piktogramme) nicht dem kognitiven Verarbeitungsniveau der Person, kann die Information nicht entschlüsselt werden.
- Blockade der kommunikativen Entwicklung: Eine Diskrepanz zwischen dem Abstraktionsgrad des Hilfsmittels und der Wahrnehmungs- und Verarbeitungswelt der Person erzeugt Verwirrung. Die Folgen reichen von sozialem Rückzug und Verhaltensauffälligkeiten bis hin zur Stagnation der kommunikativen Entfaltung. Alternativ müssen Bedeutungen mühsam und rezeptiv über konditionierte Wiederholungen erlernt werden – ein für autistische und wahrnehmungsbesondere Menschen extrem kräftezehrender Prozess.
Unabhängig davon, ob Sie in der Logopädie, Sprachheilpädagogik, Heilpädagogik oder mit spezifischen Methoden wie PECS und UK arbeiten: Erst durch die gezielte Diagnostik des Abstraktionsverständnisses schaffen Sie die fachliche Grundlage für eine passgenaue, barrierefreie und partizipative Kommunikation.
Inhalte des Workshops
- Fundament der sprachfreien & visuellen Kommunikationsförderung
- Die Stufen des Abstraktionsniveaus im Detail
- Austestung des Abstraktionsniveus
- Praxis-Transfer & Fallarbeit
Förderdiagnostik & Material-Kit: Im Anschluss an den Workshop erhalten Sie vor Ort die Möglichkeit, spezifische Materialien zur Überprüfung des Abstraktionsniveaus sowie Dokumentationsbögen für Ihren unmittelbaren Praxisalltag kostengünstiger zu erwerben.
Ihr Mehrwert Schließen Sie diese kritische Lücke in der Förderplanung. Erwerben Sie das fachliche Handwerkszeug, um das Abstraktionsniveau Ihrer Klient*innen fundiert zu evaluieren, Fehlversuche bei der Visualisierung zu vermeiden und die kommunikative Autonomie der Ihnen anvertrauten Menschen nachhaltig zu stärken.
Anmeldung & Informationen
Direktlink zur Anmeldung – zum Teilen oder in die Ausschreibung kopieren:
https://neurodiver-akademie.at/veranstaltungen/abstraktionsniveau-austesten-verstehen