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29. Oktober 2026 3 Min. Lesezeit· Patricia Weibold

Digitale Welten und Autismus / AD(H)S: Chancen nutzen, Sicherheit stärken

Digitale Medien zwischen Kommunikation, Spezialinteressen und Risiken: Mag.ª Rosa Danner und Mag.ª Krista Steinbäcker-Vallant verbinden Medienpädagogik und psychologische Expertise im Vortrag am 11. Dezember 2026.

Digitale Welten und Autismus / AD(H)S: Chancen nutzen, Sicherheit stärken

Digitale Medien gehören für viele Familien zum Alltag. Für autistische Menschen und Menschen mit AD(H)S können sie Möglichkeiten zur Kommunikation, zu Interessen und zum Austausch eröffnen. Gleichzeitig entstehen Fragen zu Sicherheit, Überforderung und einer Nutzung, die zu den individuellen Bedürfnissen passt. Ein differenzierter Blick ist hilfreicher als die pauschale Einteilung in „gut“ oder „schlecht“.

Chancen wahrnehmen, ohne Risiken auszublenden

Digitale Räume können Möglichkeiten bieten, sich mit Spezialinteressen zu beschäftigen oder mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Manche Anwendungen und Online-Umgebungen sind überschaubar und strukturiert. Welche Angebote als bereichernd erlebt werden, ist jedoch individuell verschieden.

Für Eltern und begleitende Fachkräfte lohnt sich deshalb die Frage: Was macht diese digitale Aktivität für die Person wichtig? Geht es um Austausch, Wissen, Freude oder einen Rückzugsraum? Wer diese Bedeutung versteht, kann Absprachen eher gemeinsam gestalten, statt ausschließlich Verbote auszusprechen.

Sicherheit im Netz verständlich besprechen

Zu den Themen des Vortrags gehören auch Risiken wie Cyber-Grooming und problematische Online-Nutzung. Sicherheit sollte nicht erst dann Thema werden, wenn etwas passiert ist. Verständliche Gespräche über persönliche Daten, Kontaktanfragen und unangenehme Erlebnisse können einen Ausgangspunkt bilden.

  • Welche Informationen möchten wir nicht öffentlich teilen?
  • Wie gehen wir mit unbekannten Kontakten oder auffälligen Nachrichten um?
  • Woran erkennen wir eine Situation, die sich unangenehm anfühlt?
  • An wen können wir uns wenden, wenn wir Unterstützung brauchen?

Die Antworten sollten zum Alter und zum Verständnis der Person passen. Wichtig ist, dass ein Gespräch möglich bleibt, auch wenn Regeln nicht eingehalten wurden oder etwas verunsichert hat. Beschämung erschwert es, Hilfe zu suchen.

Psychologische Bedürfnisse mitdenken

Ein sicherer Umgang mit Medien umfasst mehr als technische Einstellungen. Reizüberflutung, Bedürfnisse nach Orientierung und die individuelle Bedeutung digitaler Aktivitäten verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. Eine bestimmte Nutzungsdauer allein erklärt noch nicht, wie es einer Person mit ihrem Online-Alltag geht.

Ein hilfreicher Blick berücksichtigt, wie sich die Nutzung in den übrigen Alltag einfügt und wann Unterstützung gebraucht wird. Bei erheblicher Belastung oder dem Verdacht auf eine problematische Nutzung ist individuelle fachliche Beratung sinnvoll. Der Vortrag ersetzt keine Diagnostik oder Behandlung.

Zwei Perspektiven für Eltern und Fachkräfte

Der Vortrag „Digitale Welten und Autismus / AD(H)S“ verbindet Medienpädagogik und psychologische Expertise. Mag.ª Rosa Danner, Medienpädagogin und Workshopleiterin bei Safer Internet, beleuchtet kritische und kompetente Mediennutzung sowie Sicherheit im Netz.

Mag.ª Krista Steinbäcker-Vallant, Klinische Psychologin und Autismus-/AD(H)S-Expertin, betrachtet psychologische Hintergründe und besondere Bedürfnisse neurodivergenter Menschen. Beide Perspektiven ergänzen sich: Medienkompetenz und Verständnis für die Person gehören zusammen.

Vortrag am 11. Dezember 2026

Der Abend richtet sich an Eltern, Angehörige und Fachleute und findet am 11. Dezember 2026 von 17:00 bis 18:30 Uhr statt. Die Teilnahme ist im Seminarraum der ÖGGK, Kärntner Straße in Wien, oder online möglich. Der Preis beträgt 27 €.

Auf einen 60-minütigen Vortrag folgen 30 Minuten für Fragen. Im Mittelpunkt steht, wie digitale Welten als bereichernde und zugleich sichere Räume gestaltet und genutzt werden können.

Zum Vortrag „Digitale Welten und Autismus / AD(H)S“ und zur Anmeldung

Begleitung statt pauschaler Bewertung

Digitale Medien müssen weder verklärt noch grundsätzlich abgewertet werden. Aufmerksamkeit für individuelle Bedürfnisse, verständliche Sicherheitsregeln und ein offenes Gespräch schaffen eine bessere Grundlage. So können Eltern und Fachkräfte Chancen erkennen und Risiken gemeinsam ernst nehmen.

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